DelphisART = Deva B. Doege, Kurzprofil

Was ist eigentlich Babyschwimmen?

 

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Diese Frage stellt sich tatsächlich immer häufiger! In den letzten Jahren hat das Babyschwimmen einen enormen Popularitätsschub erlebt. Klar, daß bei soviel Nachfrage auch das Angebot mitwachsen muß. Was sich aber alles unter dem Kursangebot "Babyschwimmen" verbirgt, hat mit einer freudvollen und angemessenen Wassererfahrung, die Vertrauen, Sicherheit und Vergnügen im und mit dem Element Wasser vermitteln soll, oft nichts mehr zu tun.

In unserer Online-Sprechstunde bekommen wir täglich bundesweite Anfragen und Klagen über Kursprogramme, daß es einem die Haare zu Berge stehen lassen kann. Es scheint so, als ob es mehr schlechte als gute Programme gibt (oder machen sich die schlechten Programme nur lautstärker bekannt?!). Es ließe sich nun viel spekulieren, woran dies liegen mag. Vielleicht mag ein Erklärungsversuch sein, daß viele Menschen Angst haben oder sich unsicher fühlen mit dem Element Wasser und es daher eher zur Wasservermeidung oder "Überwindung" unseres Urelementes kommt, als zum vertrauensvollen Umgang mit demselben. Auch liessen sich Betrachtungen über den Zusammenhang zwischen der emotionalen Verarmung unserer Gesellschaft und dem lieblosen Umgang mit dem "emotionalen Element" anstellen. Und sicherlich mögen all solche Gründe eine Rolle spielen bei dieser Problematik des boomenden Geschäfts.

Meist liegt aber eine viel einfachere Betrachtung auf der Hand: mit Babyschwimmen läßt sich Geld verdienen......! Daran ist an sich ja nichts Schlechtes. Nur ist der Verbraucher - sprich die Eltern - mal wieder gefordert, die Spreu vom Weizen zu trennen und sich sehr genau über den Anbieter und das Programm zu erkundigen, um ein gutes Programm zu finden, da der Begriff des Babyschwimm-Lehrers nicht geschützt ist und Jeder dies anbieten darf!!! Natürlich gibt es auch bei seriösen Anbietern sehr unterschiedliche Ansätze und Lehrinhalte. Eines gemeinsam sollten sie aber alle haben: das Baby sollte Freude am Erleben haben können, darf nicht zu etwas gezwungen werden. Immer wieder berichten uns Eltern über die Unsitte von Kursleitern, die den Eltern das Kind einfach aus dem Arm nehmen (oft schon in der 1. Kursstunde), um eine Übung vorzumachen. Oft genug wird das Baby dann auch gleich hochgeworfen, untergetaucht......so etwas sollten Eltern nicht hinnehmen und sich hiergegen zur Wehr setzen. Leider ist das keine Seltenheit - uns wird sehr oft von solchen Praktiken berichtet! Ein Kind braucht Zeit, sich an eine neue Umgebung und Situation zu gewöhnen; auch die Eltern müssen die Gelegenheit haben, sicheren Umgang mit ihrem Kind im Wasser zu erlernen. Behutsames Vorgehen ist also eine absolute Notwendigkeit, damit Baby Vertrauen zum Wasser und zu seinen Eltern erfahren kann. Ein Kursleiter mit oben beschriebener Vorgehensweise ist nicht nur ungeeignet, sondern schädigt die Psyche des Kindes!

Auch über das Vorgehen beim Tauchen bekommen wir haarsträubende Berichte......manche schubsen die Kinder vom Beckenrand ins Wasser....oft ohne jede Vorankündigungen und die Hartgesottenen meinen, daß auch ein schreiendes Baby untergetaucht werden muß! Wir sind vom Tauchen absolut begeistert und erleben viele schöne Unterwasserbegegnungen mit Eltern, Babies.....aber es ist eine Selbstverständlichkeit, daß ein Kind nicht gezwungen wird und schon gar nicht ins Wasser geschubst wird. Getaucht wird das Kind selbstverständlich von der eigenen Mutter oder Vater - natürlich mit Vorankündigung (Tauchritual!).

Abzulehnen ist auch der unsachgemäße Einsatz von Schwimmhilfen. Bei einem Babyschwimmprogramm ab 3 Monaten gibt es keinen sinnvollen Grund, eine Auftriebshilfe zu verwenden und ein gutes Programm kommt im Anfängerkurs ohne aus. Ein zu früher Einsatz von Auftriebsmitteln verhindert, daß das Baby lernt, sich auf dem Wasser auszubalancieren, was für das spätere eigenständige Fortbewegen unerläßlich ist. Insbesondere Schwimmflügel und Schwimmscheiben sind erst für Kinder geeignet, die schon sicher aufrecht laufen können. Vorher verhindern sie eine richtige Haltung im Wasser und können bei unsachgemäßem Einsatz u.U. sogar zu Haltungsschäden führen! Ein kompetenter Kursleiter muß hierüber Kenntnis haben!

Unglaublich auch, was uns Eltern über die Kursorte berichten. So bekommen wir Anfragen von Eltern, die wissen möchten, ob es denn normal sei, daß sie nicht einmal eine Umkleide- oder Wickelmöglichkeit am Kursort vorfinden oder ihre Babies nach dem Baden gar durch zugige kalte Gänge tragen müssen, um zur Umkleide zu gelangen ....!

Es gibt Programme, deren Schwerpunkt mehr auf dem Singen im Wasser liegt - hier sind Eltern ganz klar gefordert, für sich zu entscheiden, ob ihnen ein solches Programm das viele Geld, das ein Babyschwimmkurs nun mal kostet, wert ist. Denn Singen hat mit Babyschwimmen reichlich wenig zu tun und gehört wohl eher an andere Stelle; andere wiederum vermitteln Eltern und Babies mittels gezielter Übungen Förderung von Motorik, Gleichgewichtssinn und Selbstsicherheit im Wasser und anderes mehr. Hierüber sollten sich die Eltern klar sein, damit sie das für sich passende Programm finden. Wichtig für alle Programme ist, daß die Kurse eine feste Kursbetreuung als Bezugsperson haben, die über die für Eltern-Kind-Programme notwendige Kompetenz und Einfühlsamkeit verfügt.

Gute Programme bieten auch fortführende Kurse an, die die Kinder weiterbegleiten können; dies ist bei der Programmwahl vorher zu bedenken, denn ein Wechsel von einem Anbieter zum Anderen (Quereinstieg) ist oft schwierig wegen der so unterschiedlichen Kursinhalte.

Die Eingangsfrage "Was ist eigentlich Babyschwimmen" kann letztlich nicht pauschal beantwortet werden. Eine Qualitätssicherung gibt es nicht. Jeder der mag, darf Babyschwimm-Kurse anbieten - was immer sich dahinter verbergen mag. Wir möchten daher alle Eltern ermutigen, sich ausführlich zu erkundigen und sich gegebenenfalls auch gegen solche Praktiken wie beschrieben zur Wehr zu setzen.

Um im Babyschwimm-Anbieterdschungel nun nicht unterzugehen, möchten wir mit unserer Frageliste eine Orientierungshilfe für Eltern geben, die bei der Auswahl des Kursangebotes vielleicht helfen kann:

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