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Erlebnis der Wassergeburt |







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Erfahrungsberichte von ...
Nicole
Annette
Julia
Katharina
Stefanie
Barbara
Sina
Monja
Nicole
Wir lagen gemütlich auf dem Sofa, als ich Rückenschmerzen bekam. Ich dachte, es seien nur Übungswehen, da ich noch 14 Tage bis zum Geburtstermin hatte. Also ging ich erst mal in die Badewanne, um zu testen, ob es echte Wehen waren und kam zu dem Entschluß: wir fahren ins Krankenhaus. Die Hebamme machte ein CTG, untersuchte mich und kam zu dem Ergebnis, die Fruchtblase sei geplatzt und ich müsse hierbleiben. Nach 1 Stunde waren die Wehen weg und das blieb die ganze Nacht so. Am nächsten Morgen gingen wir in den Kreßsaal, und ich bekam eine Geleinlage, um die Wehen auszulösen, doch es passierte nichts. Das ging 3 Tage so, abwechselnd Wehentropf und Geleinlagen. Am 4. Tag wurde ich nochmal untersucht und die Ärztin stellte fest, daß die Fruchtblase nur angerissen war und sich von selbst wieder geschlossen hatte. Zu der Zeit war mein Muttermund 4 cm offen, und ich hatte noch immer keine Wehen. Die Ärztin hat dann die Fruchtblase geöffnet und ich bekam endlich Wehen. Am Anfang kamen sie alle 7 Minuten. Wir bekamen den Rat, ich solle 1 Stunde den Flur entlang laufen, damit die Wehen in Gang kämen. Doch so lange habe ich es nicht ausgehalten, da kamen die w ehen alle 3 Minuten und wir gingen wieder in den Kreißsaal zurück.
Ich bin dann gleich in die Geburtswanne gegangen. Das Wasser war sehr angenehm und entspannend und hat mich etwas beruhigt. Dann ging es sehr schnell - innerhalb von 5 Minuten war der Muttermund von 4 cm auf 10 cm geöffnet und der Kopf war zu spüren. Der Drang zum pressen war sehr stark. Nach 30 Minuten war Marc-Andre auf sanfte Weise auf die Welt geschwommen.
Die Hebamme legte ihn mir auf die Brust und mein Mann durchtrennte die Nabelschnur. Danach lagen wir noch ein paar Minuten in der Wanne, genossen das warme Wasser und die Ruhe. Marc-Andre war ganz entspannt, ruhig und beobachtete alles sehr genau. Nachdem die Nachgeburt kontrolliert und Marc-andre versorgt war, habe ich ihn zum ersten Stillen angelegt - es hat ohne Probleme geklappt.
Marc-Andre hatte von Anfang an einen 4-Stundenrhythmus und schläft seit er 2 Monate alt ist durch. Er ist sehr aufmerksam, ausgeglichen und schreit nur, wenn er Schmerzen oder Hunger hat und entwickelt sich prächtig. Mir ging es auch gleich wieder gut - ich hatte keinen Dammschnitt und bin 2 Stunden nach der Geburt wieder rumgelaufen. Die Geburt an sich war sehr schön und mit wenig Schmerzen verbunden.
Wenn möglich, werde ich mein zweites Kind auch wieder im Wasser bekommen. Ich finde es auch für das Kind viel angenehmer, wenn es vom Fruchtwasser ins warme Wasser kommt und sich langsam an die neue Umgebung gewöhnen kann. Ich kann eine Wassergeburt nur empfehlen.
© Nicole für DelphisART  |
Annette
Wasser - eine Wassergeburt... geplant war nichts vom Kopf her - Wasser war immer schon für mich ein vertrautes, stressabbauendes Element gewesen, eines das mir hilft loszulassen und abzuschalten. Und genauso wenig, wie Julie geplant war vom Kopf, so selbstverständlich ist sie und war auch die Entscheidung für eine Wassergeburt - ich hatte nie gross über eine andere Möglichkeit nachgedacht...
Julie kündigte sich nach einer unruhigen Nacht in den frühren Morgenstunden an, ein verschneiter Apriltag - um 5.30 Uhr verlor ich Fruchtwasser, schaute dem ganzen aber noch entspannt zu. Inzwischen wachte auch Marc auf und wir telefonierten mit unserer Freundin, die bei der Geburt dabei sein sollte. Dann riefen wir die Hebamme an, die zu diesem Zeitpunkt Schicht im Geburtshaus hatte, in dem ich entbinden wollte. Sie vertröstete mich auf ein "das schauen wir uns erst mal an und dann kannst Du eventuell wohl wieder nach Hause" - doch beim Verlassen der Wohnung war mir klar, dass ich vor Mittag unsere Tochter Julie auf die Welt gebracht haben würde...
Pünktlich um 7.00 Uhr kamen wir im Geburtshaus an, die Hebamme erwartete uns schon und untersuchte mich. Muttermund gerade mal 1 Zentimeter offen. Das hiess, es kann noch dauern, doch ich glaubte nicht daran. Inzwischen gab es Schichtwechsel im Geburtshaus und Maria kam. Die Wehen waren heftiger geworden und wir verlegten das ganze nun ins Badezimmer. Ich krabbelte in die Wanne, wo ich mein Becken immer wieder kreisen liess. Gedanken gingen mir durch den Kopf wie - ein Abschiednehmen von der Schwangerschaft, ein Loslassen von dem zweisamen Dasein von Julie und mir und auch die Gedanken an meine schon verstorbene Mama, wie es bei mir wohl war, damals....Und dann auch wieder der Blick zu Marc, der ganz ruhig wie immer einfach da war, bei mir war, mich stützte. Inzwischen war es so um kurz vor 9.00 Uhr und mich überfrauten die megaheftigen Wehen. Maria versuchte mich immer wieder zu stoppen, ich dürfte noch nicht pressen, der Muttermund wäre noch nicht soweit und würde sonst anschwellen. Beim Nachtasten spürte ich aber schon etwas weiches, flaumiges in mir....kurzzeitig setzte es bei mir aus, und ich dachte an Kaiserschnitt und Vollnarkose, fühlte mich nicht ernst genommen - nur meine Freundin erkannte an meinem Tönen den Stand der Dinge. Ich verlangte nach Rescue, mehr gabs nicht. Maria untersuchte mich nochmal und schaute ungläubig in die Runde - "ja Annette, Dein Muttermund ist vollkommen eröffnet" (innerhalb von knapp 15 Minuten war er von 5 cm auf 10 cm eröffnet!) - "Du darfst nun pressen"...dann waren es nur noch wenige Sekunden und Julie schwamm in ihr Leben - krähte ein bisschen, schnappte nach meiner Brust und kuschelte sich später an mich....Auch die Nachgeburt kam ganz einfach.
Und immer wieder werden die alten Lehrmeinungen widerlegt - wie heißt es so schön? Jede Stunde 1 Zentimeter bei Erstgebärenden? Wir schafften es in 2 1/2 Stunden!
Wasser ist für mich immer noch die beste Art, um Stress abzubauen, seien es die 2-Minuten-Duschen oder das Wasser-ins-Gesicht-schaufeln. Das Wasser half mir, den Wehen entgegenzusteuern - mit meinem Becken kreisend. Das Wasser ist für mich die einzige logische Entscheidung zu gebären, das einzig Logische für alles was weiches Gewebe verlangt, wo Gewicht getragen werden soll und eben wohl auch die Seele...
Sollten sich noch weitere kleine Krümmelmonster ankündigen, so werde ich immer wieder ins Wasser gehen....
© Annette für DelphisART  |
Julia
Einen Tag vor der Geburt unserer Tochter hatte ich schon das Gefühl, daß es bald losgehen würde. Ich hatte auf einmal den unglaublichen Drang, unsere Wohnung auf Hochglanz zu putzen, was bei mir wirklich ein ungewöhnliches Zeichen ist. Unsere ältere Tochter Johanna (3) wollte an diesem Abend unbedingt bei ihrer Oma übernachten, was mir auch recht war. Mein Mann und ich sind dann noch essen gegangen und irgendwie sagten wir uns, so, jetzt kann es eigentlich losgehen. Und tatsächlich, nachts um 3 Uhr setzten dann die Wehen mit zwei Wochen Verspätung ein. Eine Stunde später empfand ich die Wehen als so stark, daß wir beschlossen, ins Krankenhaus zu fahren. Ich rief meine Freundin an, die Hebamme ist und fuhren los. Je näher wir Richtung Krankenhaus kamen, umso schwächer wurden die Wehen. Und als wir dann da waren, waren sie ganz verschwunden. Auch meine Freundin konnte auf dem CTG nichts mehr feststellen. Alle fuhren wir wieder nach Hause. Wir legten uns wieder ins Bett und schliefen ein. Morgens um 9 Uhr wachte ich wieder auf und hatte starke Wehen. aber weil ich mich nicht wieder blamieren wollte, ließ ich meinen Mann schlafen und begab mich erst mal in die Badewanne. Doch die Wehen wurden immer stärker und so rief ich eine Stunde später wieder meine Freundin an. sie kam dann auch vorbei und stellte fest, daß mein Muttermund schon 7 cm weit geöffnet war. So fuhren wir wieder los. Im Krankenhaus angekommen, beschloss ich mich gleich in die Badewanne zu legen, weil ich mich dort am besten entspannen konnte. Ich war in den Wehenpausen so entspannt, daß wir sogar nebenher Tee tranken und uns unterhielten! Einmal mußte ich kurz aus der Wanne, um das Wasser zu wechseln, weil ich ein Duftöl darin hatte und wir zur eigentlichen Geburt lieber ein klares Wasser wollten. Als ich aus dem Wasser gestiegen war, empfand ich die Wehen als viel, viel stärker und ich war froh, als ich wieder in die Wanne konnte. Kurz darauf kamen die Preßwehen und meine zweite Tochter Elea glitt langsam in das Wasser...Wir blieben noch kurz im Wasser sitzen, bis die Plazenta geboren war und gingen dann ins Bett, wo man uns versorgte, bis wir drei Stunden später wieder nach Hause fuhren.
Es war ein unvergeßliches Erlebnis. Und nun, vier Monate später habe ich mit Elea einen Babyschwimmkurs begonnen, weil das Wasser einfach ihr Element ist.
© Julia für DelphisART  |
Katharina
Nach vier "hightech" Geburten im Krankenhaus entschied ich mich dafür, bei meinem fünften Baby eine Hausgeburt zu machen, um all dem Klinikstreß und den Eingriffen zu entgehen. Alle Ärzte, mit denen wir hierüber sprachen, waren natürlich total dagegen und rieten uns ab. Wir beschlossen, daß wir uns eine freie Hebamme suchen würden, die uns unterstützen sollte. Endlich wollte ich eine Geburt, so wie ich es mir vorstellte, anstatt nur manipuliert zu werden. Nachdem mein Mann mich auf die Möglichkeit einer Wassergeburt ansprach, besorgte ich mir alle Informationen und Bücher hierüber, die ich finden konnte. Nach allem, was ich erfuhr, stellte ich mir die Wassergeburt phantastisch vor. Besonders da ich schon jahrelang unter Rückenbeschwerden litt, glaubte ich, daß das Wasser mir sehr helfen könnte, mich zu entspannen.
Es war die erste Wassergeburtserfahrung für meine Hebamme, aber sie war offen und bestärkte uns. Mein Baby ließ auf sich warten und erst in der 43. Schwangerschaftswoche war es soweit. Meine Wehen setzten ein - nachdem sie alle 2 Minuten kamen und immer heftiger wurden, riefen wir die Hebamme an. Die Wehen wurden immer heftiger, nichts da mit langsamem Aufbau - aber ich konnte durch meine Wehenatmung und Bewegung gut mit ihnen zurechtkommen. Nach ungefähr drei Stunden intensiver Wehen war mein Muttermund 5 cm eröffnet und ich hatte heftige Rückenschmerzen. Meine Hebamme schlug vor, nun in das Wasserbecken zu gehen. Ich glaubte zwar nicht mehr daran, daß mir noch etwas helfen würde, aber ich ging in das Becken. Welch eine Wohltat! Es war warm, entspannend und sehr sehr hilfreich. Ich war sofort total entspannt und genoß das Wasser unglaublich. Immer noch kamen meine Wehen alle 2 Minuten - die Herztöne meines Babies waren kräftig und regelmässig. Das Wasser half mir, ruhig zu bleiben und besser mit den Wehen umzugehen. Nach einer Stunde im Wasser verlor ich mein Fruchtwasser. Mein Mann kam in das Becken und setzte sich hinter mich, um mich zu stützen. Ich spürte einen Pressdrang und eine halbe Stunde später war mein Baby - ein kleiner Junge - da. Dies war die bewegenste, entspannteste und sicherste Geburtserfahrung, die ich bei fünf Kindern hatte und wir sind sehr glücklich über diese Möglichkeit.
© Katharina für DelphisART  |